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  • josephinhabermann

Wie sind wir nur hier gelandet?

Aktualisiert: März 9

Unser Weg nach Nordfinnland.

Im Spätherbst vor 6 Jahren trafen wir zum ersten Mal aufeinander - wie soll es Anders sein - auf finnischem Boden. Keine Bange, dies wird keine Klischee-Geschichte über die Liebe. Aber die Chance, dass Markus und ich beide gemeinsam heute hier sitzen - nebeneinander in unseren gemütlichen Sesseln und wir nur den Kopf heben brauchen, um über die grosse Fensterfront des Holzhauses auf den Camp-See zu blicken. Diese Chance war vor 6 Jahren mehr als nur gering. Zu Beginn taten wir all das hier, die Idee vom Camp, die Idee von uns als eben genau das ab: eine Spinnerei. Wunderschöne Träumerei, die allein durch die Tatsache unmöglich wird, dass wir aus verschiedenen Welten stammten. Ein schweigsamer, sehr korrekter Schweizer traf auf eine redefreudige, weniger gradlinige Deutsche. Aber manchmal scheint eine Idee mehr Kraft & Ausdauerfähigkeit zu besitzen, als persönliche Unterschiede.






Und hier sind wir, 5 Jahre später. Wieder in Nordfinnland. Müder, viel müder als vorher.




Es gibt sicherlich schönere Fotos von uns. Aber es zeigt die Realität Ende November 2019. Wir hatten den ersten Teil der Auswanderung hinter uns. Die letzten 2 Jahre Planung, Vorbereitung, Kopf-Zerbrechen und Bauchschmerzen mündeten in einem 3 monatigen Kraftakt, alles Aufzubauen und Fertigzustellen, bevor die erste Wintersaison startete. Zu diesem Zeitpunkt, da Schwester & Schwager als letzte Familien-Gäste im Camp waren, sich alle Helfer & Freunde bereits verabschiedet hatten und uns nur noch wenige Tage blieben, bis die Saison anfing. Zu diesem Zeitpunkt waren wir sehr erschöpft und die Last der letzten Jahre spiegelte sich in unseren Gesichtern wieder.

Dann flogen auch Tobias & Caro wieder heim und wir waren alleine. Zum ersten Mal seit der Auswanderung waren wir alleine in unserem neuen Zuhause. Am nächsten Tag kamen die ersten Gäste und genau in diesem rasanten Tempo verlief die komplette Saison. So schwindelerregend schnell, dass - als dann die Corona-Notbremse Mitte März gezogen wurde - wir es nicht einmal richtig mitbekamen, sondern nur froh waren, das wir durchatmen konnten. Geschafft: der erste Winter war geschafft und irgendwie haben wir das alles geschaukelt, trotz grosser und kleiner Katastrophen.

Nach der Verschnaufpause kam dann die Realität. Wie Alle, dachten wir "so lange kann es ja nicht gehen". Doch dann wurde aus einer Tourverschiebung, eine Tourabsage. Aus einem Umbuchen, wurde eine Stornierung.

Viel zu gelähmt von der Geschwindigkeit der ersten Saison und der Auswanderung hatten wir keine Zeit um "Anzukommen", das Leben hier oben wirklich unser Zuhause nennen zu können und schon stand mit der Pandemie die nächste Herausforderung vor der Tür.


Mittlerweile müssen wir fast lachen, wenn wir sagen: "Wir sind länger MIT Corona selbstständig, als ohne". Welche Belastung das mit sich bringt, ist vermutlich selbst erklärend. Jede Branche ist betroffen, viele Existenzen sind bedroht. Wir wollen nicht jammern oder uns beschweren. Wir sind gesund, den Hunden geht es gut. Natürlich haben wir starke finanzielle Einschränkungen. Natürlich sind wir jedes erdenkliche Szenario durchgegangen, was Alles schief gehen könnte und natürlich hat Niemand von uns mit einer weltweiten Pandemie gerechnet im ersten Geschäftsjahr. Den Gürtel enger zu schnallen bedeutet auch, dass wir nicht mal schnell nach Hause fahren können, um Familie und vertraute Gesichter zu sehen, um Kraft zu tanken.

Das, was wir noch verdienen können, fliesst in die Hunde. Und wir sind von Herzen dankbar für jede Unterstützung von Familie & Menschen in dieser nicht einfachen Zeit. Wir versuchen uns dieser Unterstützung würdig zu erweisen und nutzen diese Krise, um neue Ideen zu entwickeln. Um uns dem Anzupassen, womit uns Corona konfrontiert hat: unsere Welt, die Natur in der wir leben, befindet sich im Wandel. Und mit der Nische, die wir uns selbst ausgesucht haben, wollen wir einen Beitrag dazu leisten, damit die Dinge sich zum Positiven verändern. Wie wenig Einfluss wir auf die globale Lage haben, ist uns sehr wohl bewusst. Aber das hält uns nicht davon ab, zu versuchen ein Leben zu führen und in unserem Bereich Angebote zu schaffen, die einem nachhaltigeren und friedlicheren Umgang mit der Natur und allen Lebewesen ermöglichen.

Also: fühlt euch eingeladen, hier auf dieser Webseite, in diesen Ideen zu stöbern. Mit dieser Webseite halten wir euch stets auf dem Laufenden und versuchen einen aktuellen Einblick in die Entwicklungen unseres Wildnis-Camps zu geben.

_____________________________________________________________ Falls ihr euch fragt, wie ihr uns unterstützen könnt, antworten wir gerne: Nutzt unsere Angebote! Sobald es wieder möglich ist würden wir uns über Nichts mehr freuen, als dass ihr eure nächste Reise bei uns plant. Ob Sommer oder Winter oder Alles dazwischen: Ein Abenteuer in Europas letzter Wildnis, ein Wellness-Urlaub in Nordfinnland. Am Rande Europas, aber näher als ihr denkt. Für Tourismus, der kein Tourismus ist. _________________________________________________________

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