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Auswandern - und nun ?


Mit unserem Kind vor der herbstlichen Taiga Lapplands. 8 Jahre nach dem wir uns zum ersten Mal in Finnland getroffen haben. Es folgt eine Bestandsaufnahme.

 

Ein wolkenverhangener Sonntagmorgen. Nebel steigt über dem See auf, der mittlerweile von einer 15 cm dicken Eisschicht überzogen ist. Alles ist eingetrübt in Milch, grau und dunkelblau. Kein einziger Sonnenschein wagt es Farbe in die dicke Wand an Wolken zu bringen. Selbst der Schrei unserer Hauskrähe, Runden über den kleinen schneebedeckten Hügel drehend, der sich hinter unserem Schlafzimmerfenster erhebt, erstickt im Dickicht der Wolkendecke. Ich lasse den eben aufgezogenen Vorhang lieblos zur Seite fallen und setze mich seufzend in den Sessel am Kamin. Das Feuer ist aus. Draußen herrschen -18 Grad. Hier drin +15.

Ich habe keine Energie es neu zu entfachen, stattdessen ziehe ich eine Wolldecke aus dem Flechtkorb neben mir und werfe sie lieblos über die angezogenen Knie. Mein Gesicht ruht eingerahmt von meinen Armen auf ihnen und ich blicke leer in das Wohnzimmer. Nichts ist aufgeräumt, es tummelt sich lieblos sortierte Wäsche auf dem Esstisch, dicke Wollmäuse sammeln sich unter den Heizkörpern, die Hunde dösen auf angefressenen Decken und es riecht nach der penetranten Säure des Essigreinigers, mit dem ich vor wenigen Minuten das Missgeschick der noch nicht stubenreinen Welpen bereinigt habe. Die Holzdielen sind von tiefen Gräben durchfurcht, unauslöschbare Spuren all der Hundekrallen, die in den vergangenen vier Jahren hier ein und ausgelaufen sind. Kalte Asche des erloschenen Kaminfeuers vergangener Nacht, mischt sich unter den Essiggestank. Das Gefühl der Wärme und Behaglichkeit, ist mit dem letzten sich in Kohle verwandelnden Scheit Feuerholz erloschen. Vom oberen Ende der holzvertäfelten Decke unseres Hauses, strahlt ein lieblos fluoroszierendes Licht von Energiesparlampen auf das trostlos in sich zusammengekauerte Häufchen im Sessel.

Da sitze ich nun in dem halb-dunklen Raum, in dem mir Nichts ins Auge springt, was Wohlbefinden auslöst. Jeder Versuch das Ganze wohnlicher, sauberer und heimeliger zu gestalten, scheitert an dem ewig währenden Zeitmangel und der zerstörerischen Kraft der Welpen, die jeden Teppich, jede Decke, jedes Sofa, momentan noch auseinander nehmen würden, sobald wir nicht im Raum sind. Überall ist Dreck, überall warten unerledigte Aufgaben und ich fühle mich so fremd im eigenen Haus, einzig aus der Überforderung heraus. Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels, habe das Camp seit gefühlten Ewigkeiten nicht verlassen und eine Hiobsbotschaft über vermasselte Buchungen, überteuerte Preise unserer Lieferanten, doppelt so hohe Steuerzahlungen wie im vergangenen Jahr, verletzte Hunde, verärgerte Nachbarn oder erschöpfte Körper, jagt die Nächste. Einzig die friedlich vor sich hin dösenden Körper der Hunde, mit ihren im Rhythmus ihrer Atmung tanzenden Brustkörbe, verhindern, dass sich die Kälte völlig in mein Innerstes gräbt.


Zwei Wochen später:


Es ist wieder Sonntag. Wir sitzen wohlig schweigend im warmen Auto, das uns durch die vereiste Landschaft in Richtung Zuhause trägt. Auf dem Rücksitz das schlummernde Kind und vor uns der sternenklare, leuchtende spätnachmittags-Himmel, an dessen Rändern die letzten malvefarbenden Spuren des Stunden andauernden Sonnenuntergangs, zu sehen sind. Wie wir diese Farben, diese Stimmung lieben lässt sich weder auf einem Foto, noch in Worten festhalten. Ich merke wie das Glück über diesen friedvollen Moment meine Lunge hinaufkrabbelt und beim nächsten Atemzug meine Lungenflügel zum Platzen zu bringen scheint. Ein gurgelndes, weniger süss als gedacht, klingendes Kichern entweicht meinter Kehle. Markus sieht mich nicht einmal mehr von der Seite an, so sehr ist er an mein wundersames Innenleben gewöhnt. Er nimmt nur die Hand vom Lenkrad und legt sie mit sanftem Druck auf Meine. Wir haben den Nachmittag bei Freunden verbracht, eingerahmt von erster Weihnachtsmusik, süss-klebrigen Blätterteigspeisen und heissem Kaffee. Bei Ankunft mussten wir schmunzeln. Der Hausherr ist bekennender Weihnachtsmuffel und befand sich auf einer Leiter zum hinteren Terasseneingang, um den darüberliegenden Dachbalken mit Weihnachtslichtern zu verzieren. Er war noch in voller Arbeitsmontur, eben erst Feierabend gemacht, und verzog keine Miene, neigte den Kopf leicht zur Seite als er uns gewahre wurde – er und seine Frau arbeiten und leben ebenfalls mit Huskies. Wir blieben kurz stehen, Markus nickte seinem Leidensgenossen bekennend zu, während ich mich umdrehte und den Blick über die Anhöhe schweifen liess, auf der ihr Haus gebaut ist. Unterhalb des kleinen Hügels lag die mit Laternen erleuchtete Kennel-Anlage, sowie ein See. Im Hintergrund brannte der Himmel in orangenen Tönen der untergehenden Wintersonne. Nur noch wenige Male, bevor sie endgültig für zwei Monate hinter dem Horizont versinken würde. Es war kristallklar, ca. -15 Grad und die Bäume schneebedeckt. Dieser Novembertag fühlte sich bereits wie ein vollwertiger Wintertag an und ich spürte das alt bekannte Kribbeln in den Wangen und der Nase, die von der Kälte gerötet waren. Der Winter war da und in Momenten wie diesen, erinnerte er mich so stark an den allerersten Gemeinsamen mit Markus. Als Alles im Norden für uns noch neu, voller Aufregung war und wir grad erst im Begriff standen diese fremde und für uns alles an Freiheit bedeutende Welt über dem Polarkreis zu entdecken.

Dieser erste Winter liegt jetzt 8 Jahre zurück.


Diese Bilder sind ein Rückblick: Wir vor 8 Jahren. Da waren wir noch ein bisschen jünger.

Wir sahen unsere ersten Nordlichter zusammen, wir haben die ersten Grundlagen im Mushen zusammen erlernt, wir haben die Welt des richtigen Nordens und der Schlittenhunde entdeckt.



Zwischen diesen ersten Winter und jetzt haben sich:


° die Rückkehr in unsere Heimatländer

° meine erste Auswanderung in die Schweiz

° der Aufbau unserer Hundegruppe

° die Planung der Auswanderung nach Finnland

° die Suche nach dem Grundstück

° zwei Vollzeitjobs

° mein paralleles Fernstudium

° der Aufbau aller Werbe- und Kommunikationsstruktur,

° die Organisation des ersten Jahres in Finnland (von Baumaterial für die Zwingeranlage, bis zur Akquise der ersten Gäste)

° Teilnahme an Messeständen, Vorträge, Interviews,

° die tatsächliche Auswanderung nach Finnland mit 18 Hunden im Gepäck und noch keinem existierenden Hundegehege bei Ankunft

° der erste finnische Sommer mit 16 Arbeitsstunden pro Tag und wundervoller Familien- und Freundesunterstützung, um Alles bis zur Eröffnung fertig zu haben

° die erste chaotische Saison, in der wir unsere Existenz oft davon schwammen sahen

° die Eingewöhnung in das finnische System und die Eigenheiten der Einheimischen,

° die direkt folgende 1,5 jährige Pandemielage und Zwangspause für unser Unternehmen

° die nächste aufregende Saison, Hochschwanger durch die Polarnacht

° eine turbulente, schwierige Geburt, sowie die sehr anstrengende und einsame Postpartum Zeit, ° unser Einfinden ins Elternwerden

° der Ausbau unseres Camp und der immer stetig ansteigende Einsatz im Bereich der Tierschutzarbeit für Schlittenhunde


gequetscht.

 

Wow. 8 Jahre im Schnelldurchlauf.

MIt allen Höhen & Tiefen verbunden, die man sich als Paar, Geschäftspartner, Auswandernde nur vorstellen kann. Irgendwer von uns war immer erschöpft, zweifelnd, wollte das Handtuch werfen, hat vor lauter Aufgaben und Problemen vergessen das Leben, für das wir ausgewandert sind, wirklich wahrzunehmen. Auch in diesem Jahr im November hat uns der Blues wieder erwischt. Vieles ging schief und aufgrund unserer eigenen Überforderung durch das Aufteilen in 4-5 Vollzeitjobs (Tierpflege, Buchhaltung, Reinigungspersonal, Küche, Office mit Gästekommunikation vorab, Guide und Gästekommunikation vor Ort, Vollzeitelternschaft, Landschaftsgärtner, Haushaltshilfe, Unterhalt- und Reparaturdienste, Logistik & Einkauf, Kommunikations- und Werbemanagement & CI) passierten gröbere Fehler im Buchungssystem. Dies führte zu einer Doppelbelegung mit Konsequenzen, die wir für uns nicht noch einmal wiederholen möchten.



Darum haben wir uns jetzt für einen dauerhaften Wechsel des Buchhaltungssystems entschieden und damit einer Abgabe/Erleichterung/Umstellung, die sich hoffentlich auf lange Sicht bemerkbar machen wird. Noch während ich diese Zeilen tippe, begleitet mich sofort das schlechte Gewissen, denn eigenetlich sollte ich die Zeit investieren mich mit genau diesem neuen Sytsem auseinander zu setzen. Es ist fast Mitte November, das System läuft seit 12 Tagen und ich habe noch keine einzige Quittung oder irgendeinen Beleg eingefügt. Aber so ist das. Ich denke dieses ständig schlechte Gewissen darüber, dass irgendetwas hinten anstehen muss, wird uns immer irgendwie begleiten. Aber das hier soll nicht in Jammern enden. Was ich vor allem mit dem einleitenden Text zeigen wollte: es gibt immer solche und solche Tage. Es ist nie nur schwarz und nie nur hell. Es ist immer das, worauf wir uns konzentrieren. Glücklicherweise leben wir in einer Umgebung, die es uns leicht macht, immer wieder aus der Fokussierung des Negativen heraus zu kommen. Wir sind glücklich und dankbar hier leben zu dürfen und für diese Saison wundervolle Unterstützung von Carolin & Martin mit ihrer Hündin Bonnie, erfahren zu dürfen. Die genaue Vorstellung der Beiden erfolgt vor Saisonbeginn wie immer auf unseren Social Media Kanälen. Und so wie oben beschrieben müssen wir uns zwischen dem alltäglichen Chaos immer wieder dazu zwingen, kurz innezuhalten und zu diesem Gefühl zurück zu finden, welches uns vor 8 Jahren dermaßen in den Bann zog und uns die Entscheidung treffen liess, unser komplettes bisheriges Leben auf den Kopf zu stellen. Denn genau dafür sind wir hier.

Wir haben den vergangenen Sommer (in dem es hier auf der Webseite recht still war) dazu genutzt, wieder zu diesem Gefühl zurück zu finden. Denn irgendwo auf unserer turbulenten Reise war es ein wenig verloren gegangen.


Dann kommt noch hinzu, dass uns – auch wenn wir am Arsch der Welt wohnen – die Weltlage nicht unberührt lässt. Hier oben, im festgefrorenen Märchenwald des Nordens, ist es so unvorstellbar; dass auf der anderen Seite der Kugel, Kinder durch Bomben sterben, so alt wie unser Sohn. Menschen fliehen, verhungern, über Leichen gehen um sich selbst vor Grausamkeiten zu schützen, die wenige „Mächtige“ beschließen. Doch Ungerechtigkeit gibt es überall auf der Welt. Nicht nur im blutigen Krieg, der den Gipfel absoluter Unmenschlichkeit und dem Verlust dessen was uns ausmacht darstellt, sondern auch in Neid und Missgunst und sämtlichen negativen Gefühlen, die wir gegenüber unseren Mitmenschen entwickeln können. Es gibt Ungerechtigkeit darin, wie wir mit fühlenden Lebewesen umgehen, wie wir sie in Fabriken gefangen halten und Gewalt aussetzen. Es gibt eine große Ungerechtigkeit darin, dass junge Menschen sich für den Erhalt unserer Erde einsetzen wollen und um ein bisschen mehr Rücksicht, Sauberkeit und besonnenen Umgang mit unseren endlichen Ressourcen kämpfen, während der Großteil der Bevölkerung sich aufgrund des allgegenwärtigen Chaos zur rechten Ecke hingezogen fühlt. All diese Ungerechtigkeiten auf der Welt sehen wir. Auch hier im Norden. Nur weil wir nicht mehr aktiv mitten im Trubel leben, lässt es uns nicht unberührt und macht uns nachdenklich. Umso mehr haben wir uns die Frage gestellt: was wollen wir mit unserem Leben anfangen? Wie wollen wir dieses Privileg nutzen, als weiße Menschen, die nie Krieg erfahren haben und die in der letzten, einigermaßen sauberen Wildnis Europas leben dürfen? All diese Gedanken über unsere eigene Lebenswelt mit täglichen Pflichten, sowie unsere demütige Einortung in der Weltgeschichte, spielen also eine Rolle, haben Einfluss auf die Ideen und Entscheidungen die wir in den vergangenen Monaten getroffen haben. Im nachfolgenden Teil dieses Eintrages, möchten wir euch mitnehmen und einen Einblick darin geben, was genau in unseren Köpfen umher kreist.

 


Gesichter der Realität:


wenn wir bis nachts über Unterlagen und Buchhaltungsmaterial sitzen oder uns die Emotionen überrollen, wenn Vieles schief zu gehen scheint.






Wir arbeiten im Tourismus, um Geld mit unseren und für unsere Hunde zu verdienen. Wir arbeiten hart, um Schulden abzubezahlen und weitere, kleine Ideen im Bereich des Tierschutz umsetzten zu können.

Wir sind froh und dankbar euch dieses Stück Natur mit unseren Hunden zeigen zu können. Wir sind dankbar, selbstständig zu sein und dankbar dafür, dass wir Beide gleichermaßen unser Kind aufwachsen sehen, in dieser wundervollen Natur des Nordens. Aber für die Arbeit, die wir täglich leisten, die an uns zehrt und uns auch nervlich immer wieder an unsere Grenzen bringt, müssen wir uns fragen: ist es das Wert?


Alles für die Firma. Alles sind wir.


Und doch stellen wir uns die Frage:

Was genau sind wir? Wo wollen wir hin ? Nun, wir sind ein touristisches Unternehmen, und das wird sich nicht so schnell ändern. Aber die Angebote, die wir in diesem Rahmen schaffen werden, sind etwas anders. Nicht nur, möchten wir euch Lappland ganzjährig zeigen und näher bringen, sondern auch intensive Angebote für Menschen ermöglichen, die eine Auszeit benötigen. In einer Findungsphase sind oder einfach mal durchatmen wollen. Wir wollen mehr Hunde-relevante Bildungsarbeit leisten und Angebote kreieren, für die wir Brennen.

Daraus sind verschiedene Modelle entstanden, die wir ab jetzt zur Buchung auf unserer Homepage freigeben (und die in den nächsten Wochen weiter ausgebaut werden). A) Retreat Angebote


Insel&Kanu Retreat:

Zum vollständigen Abschalten und Einlassen auf die Natur, ohne Technik, ohne Nachrichten, ohne äussere Reize, ausser dem, was wir in der Gruppe mitbringen und unseren Hunden. Wir begeben uns auf 4 tägige Kanureise auf die wildesten Inseln des grössten Seengebiets in Nordfinnland.

(Juli & August)


Husky & Yoga Retreat:

Einklang von tiergestützter Prozessarbeit mit unseren Hunden und täglichen Yoga- und Meditationsübungen. Finnisches Reinigungsritual mit Sauna. (September)


Polarnacht Retreat:


Eisbaden, Mentale und Körperliche Stärke spüren. Begleitet von körperlichen Trainingseinheiten mit unseren Hunden und Sportmedizinischer Körperbehandlung durch belebende Massagen und Dryneedling. Um in der dunkelsten Zeit des Jahres, in die volle Kraft deines Körpers und Geistes zu kommen.

(November)


B) Schlittenhunde Workshops (SLEDs):

Begleitung des Herbsttraining mit unseren Hunden und Weiterbildungsmöglichkeit im Bereich: Kommunikation in der Hundegruppe, Hund-Mensch Kommunikation, Verhaltensanalyse von Hunden, Pflege, Training und Ernährung von Schlittenhunden. Einen Hintergrundeinblick in unsere Arbeit mit „Second-Hand-Dogs“, die Arbeit mit Tierschutzhunden und die Vorbereitung auf die Wintersaison. Diese Workshops werden als Aufbaumodule, mit unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten. Auch Teilnahme mit eigenem Hund möglich. (Oktober)

C) Der Winter Die Schlittentouren werden natürlich weiterhin stattfinden – wir lieben das Unterwegssein mit den Hunden und euch. Draussen in der einsamen Winterwildnis Finnlands.

Allerdings werden die Wochentouren (Husky-Woche), in denen wir jeden Tag ins Camp zurück kehren, nur noch in geringerer Stückzahl verfügbar sein und Programm und Preis werden angepasst. Die Husky-Woche ist dann als Einsteigerwochen & zum Kennenlernen von Winter und Hunden gedacht. Sie kann durch normale Unterkunftsbuchung verlängert werden.


Dafür kommen mehr Übernachtungstouren (Wildnis-Woche) auf den Plan,

ab Ende Januar (wir schlafen draussen im Zelt und in Wildnishütten).


Gleichzeitig möchten wir dieses Schlitten-Angebot auch für Menschen öffnen, die vielleicht nur eine kurze Zeit in der Region um Ivalo sind und dennoch ein authentisches Husky-Erlebnis abseits des Massentourismus erleben wollen. Oder sich eine ganze Woche bei uns nicht leisten können. Und dafür haben wir nun private und speziell auf eure Bedürfnisse zugeschnittene Tagestouren ins Leben gerufen. Ebenso könnt ihr auch während der Wintersaison an ausgewählten Daten unsere Unterkünfte mieten (zur Selbstversorgung, mit frei wählbarem Programm).


Sprich im Winter habt ihr dann die Wahl zwischen: Unterkunfts-Miete (an ausgewählten Daten), Husky-Woche (in limitierter Stückzahl und anderes Programm), Wildnis-Woche (in limitierter Stückzahl und anderes Programm), individuelle Tagestouren nach euren Wünschen (buchbar für in- & externe Campgäste).


Wann welche Termine verfügbar sind, für die kommende Wintersaison, schreiben wir auf unserer Homepage aus. Die Kontakt- und Buchungsmethode bleibt die Gleiche: per Mail. Damit wollen wir den persönlichen Vorabkontakt bewahren und euch jederzeit für Fragen, Wünsche und individuelle Planungen zur Seite stehen.


D) Vermietung Unsere Naturunterkünfte (Gästehütte, Panorama Tipi, Yurte), stehen euch von April bis November frei zur Vermietung zur Verfügung. Alle Rahmenprogramme könnt ihr selbst bestimmen und eigenständig dazu buchen, falls ihr möchtet. Ebenso wird auch weiterhin im Sommer der Camperstellplatz geöffnet sein. Vermietung und Stellplatz, sind je inkl. Saunanutzung am Haussee. Alle Infos und Preise zur Vermietung findet ihr ebenso auf unserer Webseite.

Besonderes Highlight wird unsere komplette Off-Grid Yak-Yurte, die für Menschen gedacht ist die gezielt einen Abstand und eine Auszeit suchen. Diese UNterkunft gehört zur Campanlage aber leigt allein für sich in Hügellage mit atemberaubenden Seeblick. Dort könnt ihr euch sicher sein: ihr habt eure Ruhe. Zum Meditieren, Buch schreiben, Ideen sammeln, Kreativ werden, Kraft tanken in einer Zeit, in der euch die Ruhe fehlt oder die Inspiration. Die finnische Sauna ist natürlich damit nutzbar. Ein genaues Konzept werden wir ebenfalls auf unserer Webseite veröffentlichen. ________________________________

Das also der IST-Stand.

Was wir ab jetzt aktiv anbieten und bewerben. Was wir ausbauen in Zukunft und wovon wir uns wünschen, dass es bei euch Anklang finden wird. Neben dem IST-Stand, gibt es aber noch den Wunsch und Traum weiterzumachen.

Für die Zukunft möchten uns in zwei Richtungen entwickeln:

1. Engagement im Tierschutz.

Wir wollen uns stärker einsetzen für Hunde, die in der Schlittenhundeindustrie ausgebeutet werden. Haben Ideen im Kopf von einem Label, zur Einführung von Standards in Skandinavien, bezogen auf die artgerechte Haltung von Schlittenhunden. Stehen da bereits mit anderen Farmen und Kooperationspartnern aus der Reisevermittlungsbranche in Kontakt. Um mehr Zeitressourcen für die Umsetzung dieser Idee zu haben, entschieden wir uns auch für die Änderung unserer Touren im Winterrhythmus.


2. Im Camp selbst möchten wir mehr auf Selbstversorgung setzen (eigener Anbau, Gewächshaus, Ausbau unserer Yak-Herde) und auch die Idee eines kleinen Kota-Restaurants, mit regionaler Küche und selbst produzierten Speisen.

Authentisch finnisch aber weg von den Massenprodukten. Tagsüber ein Husky-Cafe, bei dem unsere alten (oder evt. zur Adoption zur Verfügung stehende Hunde aus einem Vermittlungsprogramm) im Garten herum streunen. Abends und an Wochenenden ein authentisches, alle Sinne anregendes Erlebnis in unserem Restaurant mit offener Feuerstelle, mit hoch qualitativen Speisen und dem speziellen Lappland Feeling.


Um diesen Traum umsetzen zu können, werden wir weiterhin hart arbeiten. Ebenso möchten wir für euch weitere, urige Naturunterkünfte bereitstellen, sodass wir ein kleines Wildnis-Ressort etwas abseits vom Camp ins Leben rufen können. Welche ihr dann ganzjährig buchen könnt. Unabhängig davon, ob ihr ein Programm bei uns wahrnehmen möchtet. So wollen wir ein wenig Distanz zu unserem Privatleben und dem Camp mit den Hunden schaffen. Gleichzeitig jedoch authentisch bleiben, um euch die Natur und Finnland auf Augenhöhe erlebbar zu machen. (Und keine Bange, diese Unterkünfte werden immernoch mit Seeblick sein und ihr könnt dem Heulen der Hunde auch von dort aus lauschen). Es ist dann einfach weiter weg von unserer eigenen, privaten Haustür. Wann genau das umsetzbar sein wird, können wir selbst noch nicht sagen. Aber wir arbeiten darauf hin und halten euch auf dem Laufenden.

Jetzt haben wir hier ne Menge ausgebreitet. Aber all das spukte seit Wochen in unserem Kopf umher und irgendwann mussten wir uns hinsetzen und einen Gedanken nach dem Anderen sortieren.

 

Das aller Wichtigste aber kommt jetzt zum Schluss

(ich hoffe sehr, ihr seid bis hierhin dran geblieben).


Egal wie sehr die Lasten der Welt über Krieg und Blut und Ungerechtigkeiten drücken. Egal wie sehr man sich manchmal wünscht, man könnte einfach die Decke über den Kopf ziehen und die Zeit anhalten. Einen Augenblick durchatmen. Das sind Gedanken und Überforderungen, die uns Alle von Zeit zu Zeit ereilen. Vollkommen egal in und unter welchen Umständen wir leben. Ihr seht es ja: auch uns hat es in diesem Jahr erwischt.


Mensch sein, bedeutet zu fühlen.

Es bedeutet mitzufühlen.

Es bedeutet sich zu entwickeln.

Eigene Gedanken von der Vorstellung zu reifen, wie man selbst leben möchte.

Und das ist ein An- und Grundrecht, welches jedem Menschen zur Verfügung stehen sollte.

Es gibt Tage da tun Zynismus und Sarkasmus und schwarzes Denken gut, um nicht überrollt zu werden von den Ungerechtigkeiten da draußen.

Doch macht nicht den Fehler und verfangt euch darin. Denn das Einzige, was unsere menschliche Welt zu Etwas besserem ändert ist Liebe und der Glaube an die Hoffnung.

Auf das Gute. Auch wenn es nicht so scheint, ändern wir damit Stück für Stück Alles. Drum wollen wir diesen November, nutzen um darauf aufmerksam zu machen, wie viele Menschen (vor Allem in unserer „ziviliserten“, westlichen, europäischen Welt) still und heimlich aber qualvoll an diesen oder anderen Gedanken leiden. Selbst wir – die sich in den höchsten Norden verkrochen haben – blieben davon nicht unverschont. Der Zweifel an der eigenen Existenz, Verlustängste, generelle Ängste und Unbehagen Mensch zu sein. Gefühle, für die es manchmal keinen Ausdruck gibt. Die Lähmen und Überfordern, uns klein und unsichtbar machen. Die alles in Watte packen, uns abstumpfen lassen.

Manchmal ist es ok, traurig zu sein.

Manchmal ist es ok, wütend zu sein.

Manchmal ist es ok, mit sich selbst zu leiden. Aber irgendwann müssen wir uns wieder der Sonne zu wenden. Da diese bei uns ab Ende November untergeht, möchten wir mit euch den November offiziell zum mentalen Sonnenmonat erklären. Macht (und zwingt euch dazu, wenn es sein muss), einmal in der Woche oder sogar täglich Etwas, was nur euch und eurer Psyche gut tut.

Ganz für euch.

Denn nur wenn wir unser Licht im Inneren bewahren, können wir Andere entflammen. Um mein Licht zu bewahren, werde ich mich im November wieder mehr dem Eisbaden widmen. Ein mentaler Booster, den ich sträflich lang vernachlässigt habe. Für Alle die möchten, dürfen diesem Prozess sehr gerne auf Instagram folgen ;) Mit diesen Worten möchten wir hier schliessen. Auf dass ich wieder regelmäßiger die Zeit für Updates wie Diese finde.

Und dass sie nicht jedes Mal so inhaltlich schwer werden :) Wenn ihr hier in Zukunft wieder öfter von uns lest, heißt das: unser Plan hat geklappt.

Und wir haben auch wieder mehr Zeit für Dinge, die uns Spaß machen.

Ganz für uns – ohne was daran zu verdienen.


 

Rückblick auf unseren Oktober und November. Neben der täglichen Arbeit versuchen wir wieder mehr in den Fokus zu holen, wofür wir uns für dieses Leben entschieden haben. Eisbaden, Hundetraining, Momente in der freien Natur mit unserem Kind oder mal eben ein Loch in die Hauswand sägen, weil wir "kurz" Etwas umbauen wollen. (Hier entstand der Eingang zu unserer neuen Futterküche)

Passt auf euch auf im November. Wir hören uns, wenn der Weihnachtsmonat anbricht :D


Josi, Markus & 36 Hunde

881 Ansichten2 Kommentare

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2 Comments


adi egli
adi egli
Nov 29, 2023

13 Minuten Lesezeit..... es beschäftigt, berührt, freut... mich für Stunden, Tage , Wochen.....

Plange und freue mich im März bei Euch eine Woche verbringen zu dürfen.

Herzliche Grüsse aus der Schweiz, Adrian

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Franziska Hauck
Franziska Hauck
Nov 13, 2023

Ein Beitrag der mich tief berührt hat. So ehrlich und offen geschrieben. Ihr seid toll und eure Angebote und zukünftigen Pläne sind großartig. Herzliche Grüße aus Deutschland

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